Der Salzburger Arbeitskreis für Psychoanalyse (SAP) ist eine wissenschaftliche, psychoanalytische Fachgesellschaft. Er anerkennt die Besonderheiten des psychoanalytischen Forschungsgegenstandes und der psychoanalytischen Methoden und unterstützt die Mitglieder  in der Wahrnehmung ihrer beruflichen Aufgaben. Er hilft ihnen, ihre psychoanalytische Haltung und Kompetenz zu bewahren und weiterzuentwickeln. Zu den wichtigsten Aufgaben des SAP gehört es, das psychoanalytische Wissen zu fördern, professionelle psychoanalytische Standards zu schaffen und ihre Verwirklichung in Theorie und Praxis zu sichern.

Die Mitglieder des SAP sind der wissenschaftlichen Erforschung des Unbewussten und seiner vielfältigen Wirkungen auf das menschliche Erleben und Verhalten verpflichtet. Sie verstehen die Psychoanalyse als eine Wissenschaft von den unbewussten Vorgängen und Konflikten im Seelenleben:
(1) als ein Verfahren zur Untersuchung seelischer Vorgänge;
(2) als eine Behandlungsmethode, die dem Patienten im Rahmen der analytischen Beziehung auf der Grundlage der Übertragung hilft, unbewusst gewordene Lebensgeschichte anzuerkennen und sich anzueignen sowie kreative Wege persönlicher Entwicklung zu suchen;
(3) als einen Korpus theoretischen Wissens über die psychische und psychosomatische Entwicklung, über das seelische Leben des Menschen und die Art und Weise, wie Menschen ihr Leben in symbolischen, sozialen und materiellen Welten gestalten.

Die Mitglieder des SAP kommen ihrer Verpflichtung in verschiedenen professionellen Zusammenhängen und in unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten nach:

  • Sie arbeiten in der psychoanalytischen Praxis in verschiedenen Behandlungssettings und darauf abgestimmten Behandlungstechniken, fördern die Entwicklung klinisch-psychoanalytischen Erklärungs- und Veränderungs-wissens und entwickeln damit die psychoanalytische Behandlungstechnik fort.
  • Sie tragen wesentlich zur psychotherapeutischen und psychosomatischen Versorgung der Bevölkerung bei und erweitern mit der ambulanten und stationären Arbeit im Rahmen therapeutischer und psycho-sozialer Institutionen den Anwendungsbereich der Psychoanalyse.
  • Sie vertreten einen kulturkritischen Ansatz der Psychoanalyse und fördern so das Verständnis der unbewussten, auch auf Affekte und Triebkräfte beruhenden Dynamik gesellschaftlicher Phänomene und Entwicklungen.
  • Sie arbeiten im Rahmen universitärer Forschung und Lehre an der wissenschaftlichen Begründung und Weiterentwicklung der Psychoanalyse und führen den Dialog mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen.
  • Sie tragen zur Information über die Psychoanalyse in der Öffentlichkeit bei und fördern die Verbreitung psychoanalytischer Erkenntnisse in den gesellschaftlichen Praxisfeldern.




Der SAP sorgt dafür, dass die Mitglieder umfassend über die Psychoanalyse und ihre Weiterentwicklungen informiert werden. Zu diesem Zwecke stellt der SAP vielfältige Foren für den Austausch neuer psychoanalytischer Ideen und Entdeckungen in den Bereichen Praxis, Theorie, Ausbildung und Forschung bereit. Er veranstaltet regelmäßig öffentliche wissenschaftliche Jahrestagungen, kasuistisch-technische Konferenzen und interne Fachtagungen über Themen aus verschiedenen Bereichen.




Die Lehranalytiker/innen des SAP betreiben die psychoanalytische Ausbildung. Diese umfasst eine persönliche Analyse (Lehranalyse) bei einem Lehranalytiker, theoretische Vorlesungen und Seminare und psychoanalytische Behandlungen von Patienten unter Supervision durch einen Lehranalytiker des SAP. Sie dauert mindestens fünf Jahre. Das primäre Ziel der Ausbildung ist es, die Entwicklung psychoanalytischer Kompetenz und einer psychoanalytischen Identität zu fördern. Psychoanalytische Kompetenz erfordert intellektuelle und emotionale Bereitschaft, die Komplexität der menschlichen Psyche, ihrer Konflikte und der daraus resultierenden Leiden zu verstehen. Wesentlich sind dafür wissenschaftliche Neugier, ein Verpflichtungsgefühl für das Wohl der Patienten, der Wunsch, ein umfassendes Verständnis des Korpus psychoanalytischen Wissens zu erwerben sowie die Bereitschaft zu Fortbildung und zu regelmäßiger Supervision und Beratung mit Kollegen.

Der SAP trägt durch seine Gremien Sorge, dass die hohen Standards für die psychoanalytische Ausbildung kontinuierlich überprüft und fortentwickelt werden, und unterstützt die Österreichischen Arbeitskreise für Psychoanalyse bei deren Umsetzung in den von ihnen angebotenen Aus- und Weiterbildungen.

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Der SAP verpflichtet seine Mitglieder in ihrer Arbeit professionelle Regeln, ethische Standards und grundlegende humane Werte einzuhalten, sowie den psychoanalytischen Prinzipien und den professionellen Verpflichtungen gegenüber Patienten und der Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Bodo Kirchner, Leiter des Salzburger Arbeitskreises für Psychoanalyse (2004-2008)

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